

Während einer einwöchigen Fototour durch Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt sind eine Reihe neuer Bilder entstanden. Mit den Tipps von Oliver Richter konnte ich besondere Libellenarten finden, Thomas Hinsche gestattete mir ein paar unvergessliche Stunden bei "seinen" Eisvögeln. Beiden spreche ich ein ganz großes Dankeschön für ihre Hilfsbereitschaft aus! Ein weiterer Höhepunkt dieser kurzen Reise war der Besuch der Bastei in der Sächsischen Schweiz, die sich am frühen Morgen im Nebel präsentierte.
Türkei 2010
Im Juli 2010 war es wieder so weit. Nach mehreren Jahren besuchte ich erneut die Türkei, um eine besondere Libellenfauna zu fotografieren. Anlass für die bereits vierte odonatologisch ausgerichtete Reise nach Kleinasien waren neue Funde von Libellen und vor allem der Wunsch, die vielen Arten erstmals digital zu fotografieren.
Die äußeren Umstände waren nicht immer günstig. Die enorme Hitze im Süden des Landes machte mir zu schaffen, weiterhin erschwerten fast ständig viel zu hartes Licht und zum Teil auch der Wind die Makrofotografie. Meistens schien die Sonne aus einem blauen Himmel, Wolken machten sich rar.
Im Vergleich zu meinen früheren Reisen (1984, 1990, 2003) hat die Naturzerstörung inzwischen erschreckende Ausmaße angenommen. In den Ebenen, die Landwirtschaft ermöglichen, wurden nahezu alle Bäche und Flüsse zur Bewässerung umgestaltet und haben ihren natürlichen Charakter längst verloren. Menschliche Siedlungen und Industrieanlagen fressen sich in bisher unberührte Natur hinein. Ein Umweltbewusstsein ist so gut wie gar nicht ausgeprägt. An sehr vielen Stellen, die Menschen erreichen können, finden sich schier unglaubliche Mengen zurückgelassenen Zivilsationsmülls. Plastikflaschen und –tüten sowie leere Getränkedosen verschandeln oft das Bild einer Landschaft, die sonst traumhaft schön aussehen könnte.
Trotzdem gibt es noch Stellen, an denen man die einzigartige Welt der dortigen Libellen bestaunen kann. Faunenelemente aus Europa, Asien und Afrika treffen sich an der Nahtstelle der drei Kontinente und sorgen für ein buntes Gemisch. Im Westen der Türkei trifft man durchaus noch auf bekannte europäische Libellenarten, nach Osten hin wird die Fauna immer fremder. Der Libellenkundler begegnet z.B. der gewaltigen Indischen Königslibelle (Anax immaculifrons), den allesamt hübschen Sonnenzeiger-Arten (Trithemis annulata, T. festiva und T. arteriosa), seltsam gefärbten Prachtlibellen (Calopteryx ssp.), der Blauen Orientjungfer (Epallage fatime), mehreren Arten von Zangenlibellen (Onychogomphus) und vielen anderen Exoten.
Wer Lust hat, einige dieser türkischen Odonaten zu sehen, ist herzlich eingeladen, sich durch die Kategorie "Auf Libellen(foto)jagd in der Türkei" zu klicken.
In jedem Frühjahr beginnt aufs Neue die Makrosaison. Meine ersten Aufnahmen des Jahres 2010 sind hier zu sehen.